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Peter Debye: "Master
of the Molecule"
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Dieser Artikel basiert
auf den von Tatjana Beckers verfassten Artikel, welche von ihr
im Rahmen der Ausstellung "Aachener Nobelpreisträger?"
erarbeitet wurden.
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Peter J. Debye 1884 - 1966 Nobelpreis für Chemie des Jahres 1936 Arbeiten über die Struktur der Materie, die Dipolmomente und die Theorie der Spezifischen Wärme von Festkörpern |
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Maastricht: "Peter Debyes
Karriere beginnt auf einer Parkbank!"
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Peter Debye wird im März 1884
in Maastricht geboren und wächst in der belebten Altstadt auf. Sein Vater
ist Vorarbeiter in einem metallverarbeitenden Betrieb, seine Mutter Buchhalterin.
Sie bringt ihm Lesen und Schreiben bei, bevor er in die Schule kommt.
Da er zu den Klassenbesten zählt, darf er die weiterführende Schule ohne
Gebühr besuchen. Peter trifft sich häufig mit seinen Freunden im Stadtpark,
wo sie gemeinsam lernen. Der Bürgermeister Maastrichts, Baron von Kessenich,
erinnert in den 60er Jahren daran, daß die Karriere Peter Debyes auf einer
Maastrichter Parkbank begonnen habe. Nach dem Schulabschluß arrangieren
die Eltern eine Stelle in der Verwaltung eines Betriebes. Doch der 16jährige
entscheidet sich für ein Ingenieurstudium, dem die Eltern zustimmen. Die
Wahl fällt auf die Technische Hochschule in Aachen. Diese setzt keine
Altsprachenkenntnisse voraus und ist von Maastricht aus leicht zu erreichen.
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Brief
der Eltern mit der Bitte um Erlaß der Schulgebühren für die höhere Bürgerschule.
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Aachen: Ein Talent wird
entdeckt!
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Peter Debye beginnt 1901 sein Studium der Elektrotechnik an der TH Aachen. Der Maastrichter ist ein begabter Student und fällt einigen Professoren sofort auf. Der Physiker Max Wien läßt ihn eigene Experimente durchführen, wenn das Labor frei ist. |
Arnold Sommerfeld, Professor für Mathematik und Mechanik, macht ihn zum Assistenten. Sommerfeld urteilt später, seine größte Entdeckung sei Peter Debye gewesen. Die Ausbildung zum Elektroingenieur ist grundlegend für Debyes spätere Forschung. Er findet Erklärungen für elektrische Phänomene und erfaßt diese in theoretischen Konzepten. |
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Arnold Sommerfeld (1868-1951). Gild als "Vater" der modernen Theoretischen Physik |
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Die TH in Aachen verleiht Debye
1959 die Ehrendoktorwürde als ihrem "größten Schüler". Debye offenbart
bei den Feiern, er habe sich während des Studiums nicht immer wohl gefühlt.
Als Niederländer habe er manchmal unter ausländerfeindlichen Vorbehalten
gelitten.
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Zeichnung aus der
Diplomarbeit von Peter Debye, Aachen 1905.
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Göttingen, Zürich
und Leipzig: Mitten im Zentrum der Forschung
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| Die Universität in Göttingen offeriert Debye 1914 eine Professur für Experimentalphysik. Hier entwickelt Debye mit Paul Scherrer eine Methode zur Strukturanalyse von Kristallen. Seine Arbeiten verschaffen ihm Ansehen, und viele Studenten folgen ihm 1920 nach Zürich. | 1927 wird Debye nach Leipzig berufen, wo auch sein Kollege Werner Heisenberg lehrt. Das Physik-Institut wird unter ihrer Regie zu einem "Mekka" für Physiker aus aller Welt. | Mit finanzieller Unterstützung der Rockefeller-Foundation erbaut die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft 1934 ein Institut für Physik in Berlin-Dahlem. Damit entsteht eine der modernsten physikalischen Forschungseinrichtungen in Europa. Der Präsident der Gesellschaft, Max Planck, offeriert Debye die Leitung des Instituts. |
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Scherrer-Debye
Röntgenkammer
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Werner Heisenberg
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Berlin: Kein Platz
für einen Holländer?
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Die Kaiser-Wilhelm-Institute (KWI)
in Berlin vereinen Forscher von internationalem Ruf. Debye wird Direktor
des Physikalischen Instituts und Professor an der Humboldt-Universität.
Das Desinteresse der Nationalsozialisten für physikalische Grundlagenforschung
ermöglicht Debye und seinen Kollegen am KWI für Physik ein relativ ungestörtes
Arbeiten. Nach Kriegsbeginn 1939 stellt die Reichsregierung Peter Debye
vor die Alternative, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen oder sich
aus der Forschung zurückzuziehen. Debye läßt sich nicht instrumentalisieren
und zieht es vor, Gastvorträge im Ausland zu halten. Die Cornell University
in New York bietet dem Nobelpreisträger die Baker Lectures an. Er bleibt
in New York und wird Leiter des Instituts für Chemie an der Cornell University.
Dort entwickelt er neue chemische Analyseverfahren und berät Wirtschaftsunternehmen.
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| Handschriftliches Skript von Peter Debye, aufgezeichnet für einen Vortrag anläßlich einer Preisverleihung an Nachwuchswissenschaftler in Maastricht im Jahre 1962. | ||
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Nobelpreis für eine "verborgene
Liebe"
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Im Jahre 1936 erhält Peter Debye den Chemie-Nobelpreis. Seine Arbeiten über die Struktur der Materie, die Dipolmomente und die Theorie der Spezifischen Wärme von Festkörpern werden ausgezeichnet. Debye wird zu den Mitbegründern der Physikalischen Chemie gezählt, denn er führt physikalische Meßmethoden in die Chemie ein. Seine Arbeit ist über Fachgrenzen hinweg relevant - er gilt vielen als "Universalgenie". Als ihm der Nobelpreis für Chemie zuerkannt wird, sind seine Kollegen verwundert, da er bisher nur Professuren für Physik bekleidete. Debye aber bekennt: "Ich freue mich sehr, denn die Chemie war schon immer meine verborgene Liebe". | |
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Peter J. Debye
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